Tag 10 – Laura

Laura wachte auf und betrachtete das Licht- und Schattenspiel, welches sich durch die aufgehende Sonne und den halb herunter gelassenen Rollladen ergab. Ausgeruht drehte sie sich zur Seite und bewunderte ihren Freund: Groß, athletisch, sie konnte an seinem nackten Oberkörper die Ansätze eines Sixpacks entdecken. Genussvoll schmiegte sie sich an ihn, er reagierte mit einem eher abwehrenden Stöhnen. Das hielt sie nicht davon ab, mit ihren Fingerspitzen seine Brust zu streicheln und sie meinte ein kurzes Lächeln in seinem Gesicht zu erkennen. Dadurch angespornt, machte sie weiter, fuhr langsam den Bauch herunter, streichelte den Sixpack und wurde mutiger. Sie nestelte ihre Finger unter den Bund der Boxershorts hindurch und streichelte seine Leisten, ohne ›Ihn‹ direkt zu berühren.

Ihre Aktivitäten blieben nicht unbemerkt, Gordon blinzelte: »Was machst du …«

Ihr fester Griff um sein Geschlecht brachte ihn zum Verstummen: »Pst! Ich bin eine Forscherin!«

Sie bemerkte die verlangende Unruhe in ihm und genoss dieses Gefühl: »Was erforschst du?«

»Schwellungen am Morgen!«. Langsam bewegte sie ihre Hand auf- und abwärts und sie spürte, wie sein gutes Stück in ihrer Hand wuchs.

[…]

Die Hygiene war ein Problem. Denn ohne die Möglichkeit, die Kinder zu duschen oder zu baden, wuchsen die Schmutzschichten auf einigen Kindern ständig dicker und im Team machten sie sich Sorgen, wie lange es dauern würde, bis Läuse ausbrechen würden.

Am Eingang herrschte ein reges Kommen und Gehen, Eltern brachten ihre Kinder, Helfer brachten Wasser und Lehrerinnen und Erzieher kamen an. Meistens nutzten einige Eltern die Gelegenheit zu Gesprächen mit den Pädagogen, seltener umgekehrt, um das Verhalten eines Kindes zu diskutieren.

»Hallo Laura«, wurde sie am Eingang von einem Vater begrüßt. »Sagen Sie: Darf ich Ihnen eine Frage stellen?«

Laura wunderte sich, sie war sich sicher, dass der Mann nur Schulkinder hatte, war aber neugierig: »Na klar doch.«

Der Mann atmete hörbar ein und aus: »Ihr Freund, wohnt der bei Ihnen? Schläft der in Ihrem Zimmer?«

Laura war perplex: »Wie bitte?«

»Leben Sie in Sünde mit dem jungen Mann zusammen oder nicht?«, verdeutlichte der Mann seine Frage.

»Ich wüsste nicht, wieso das von Bedeutung sein sollte?«, versuchte Laura sich zu wehren.

»Sie müssen verstehen: Einige Eltern machen sich Gedanken über die Moral in unserem Ort. Wenn Hurerei bis in die Kindertagesstätte und die Schule getragen wird, können wir das nicht hinnehmen.«

»Wer ist denn bitteschön ›wir‹?« Laura hatte das Gefühl, ihr wurde der Boden unter den Füßen weggezogen.

Der ohnehin schon ernste Gesichtsausdruck des Mannes wurde finsterer: »Ich werde es nett formulieren: Wir sind viele und haben Einfluss. Wir beobachten ihr … obszönes Verhalten. Sollte sich nichts ändern, werden wir dafür sorgen, dass Sie nicht mehr im Kindergarten aktiv sein werden. Nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter! Auf Wiedersehen.« Er wartete keine Antwort ab und verließ das Gebäude, Laura blieb wortlos zurück und brauchte eine Weile, bis sie die Fassung wiedergewonnen hatte. Erstaunlicherweise gab es keine Zeugen des Gespräches und sie hatte den Eindruck, dass ihr das niemand glauben würde.

… das Kapitel ist hier noch nicht fertig, in dieser Leseprobe schon.