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MMMM Markus Mittwoch Manuskript Meeting
Markus‘ Mittwoch Manuskript Meeting Autoreninterview mit Uwe Laub

Markus‘ Mittwoch Manuskript Meeting Autoreninterview mit Uwe Laub

Ich mag es, wenn ich beim Lesen eines Buches so „nebenbei“ Wissen mitnehmen kann. Natürlich muss man da aufpassen, denn nicht immer ist klar ersichtlich, wo der Autor von Fakt zu Fiktion wechselt, aber die Bücher von Uwe Laub sind schon ziemlich gut recherchiert. Zusätzlich ist heute beim MMMM eine Prämiere, Uwe ist der erste Autor, der sich meinen Fragen hier stellt und dessen Bücher der kleine rote Aufkleber „Spiegel Bestseller“ ziert! Umso überraschter war ich, als Uwe auf meine Interviewanfrage direkt mit „Ja“ antwortete.

MARKUS: Hallo, danke, dass du dir die Zeit für die Fragen nimmst.

UWE: Hallo Markus, sehr gerne.

MARKUS: Zufälligerweise hatte ich kurz hintereinander „Leben“ von dir und „Noah“ von Fitzek gelesen. Beide greift ihr da ein wenig der Pandemie vor. Kennst du Fitzeks Buch?

UWE: Ja, und ich finde, dass „Noah“ eines der besten Bücher von Sebastian Fitzek ist.

MARKUS: Für mich war es ein Rückschlag festzustellen, dass das Alleinstellungsmerkmal meines Buches gar keins war. Wie gehst du damit um, wenn dich jemand auf ein ähnliches Buch hinweist?

UWE: Es gibt wohl kaum ein Thema bzw. eine Geschichte, die in den letzten Jahrhunderten noch nicht geschrieben wurde. Jemand hat einmal sogar behauptet, alle modernen Liebesgeschichten wären in der Essenz letztendlich nur Variationen von „Romeo und Julia“. Das ist natürlich sehr überspitzt dargestellt, zeigt aber, wo das Problem liegt. Insofern bin ich da sehr entspannt. Zumal die zugrunde liegenden Themen von „Noah“ und meinem Roman „Leben“ vollkommen andere sind. Und umso stolzer bin ich übrigens, dass ich mit meinem Spiegel-Bestseller „Sturm“ dann doch so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal habe, nämlich Wettermanipulationen zum Zwecke der Kriegsführung.

MARKUS: Vertrocknende Wälder, absinkende Grundwasserspiegel: Trockenheit ist für Landwirte und die Wasserwirtschaft längst ein Thema. Mit „Dürre“ reihst du dich mit Wolf Harlanders „42 Grad“ und Neil Schonmans „Dry“ ein. Erzähl uns bitte von deinem Roman.

UWE: In „Dürre“ hat sich der Klimawandel weiter beschleunigt. Extremwetter-Ereignisse wie Starkregen, Hagelstürme und lang anhaltende Dürrephasen stellen die Landwirtschaft weltweit vor große Probleme. Mehrere globale Missernten hintereinander haben zu einer Hungersnot geführt, die auch Europa erreicht hat. Armut und Hunger nehmen zu. Um den Klimawandel möglichst schnell einzubremsen, führt die EU für alle EU-Bürger verpflichtend ein System namens „Aequitas“ ein. Waren und Dienstleistungen werden nicht mehr nur in Euro berechnet, sondern auch der jeweils zugrunde liegende Schadstoffausstoß wird berechnet. Jeder Bürger erhält sozusagen ein monatliches CO2-Budget, das nicht überschritten werden darf. Eine App trackt und überwacht den CO2-Verbrauch. Wird das Budget überschritten, drohen drakonische Strafen. Und wie in jedem neuen System, gibt es Gewinner und Verlierer, ebenso wie Betrüger und Menschen, die sich nicht damit abfinden wollen …

MARKUS: Als ich mit dem Entwurf meines Romans „Ohne Strom – Wo sind deine Grenzen?“ angefangen habe, wollte ich einfach etwas schreiben, das gut unterhält. Erst meine Testleser haben mich darauf gebracht, dass in meinem Buch zwischen den Zeilen eine Botschaft steht. Du hast von Anfang an Themenschwerpunkte gesetzt, die zum Nachdenken anregen. War dies Absicht?

UWE: In erster Linie schreibe auch ich, um meine Leserinnen gut zu unterhalten. Eine spannende Geschichte ist stets mein Ziel. Darüber hinaus suche ich mir für meine Bücher natürlich Themen aus, die mich selbst interessieren, faszinieren und umtreiben. In meinen Romanen versuche ich folgerichtig auch, meinen Leserinnen diese Themen näher zu bringen. Aber immer aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen und, ganz wichtig, ohne erhobenen Zeigefinger.

MARKUS: Hörbuch, Spiegel Bestseller, erste Übersetzung ins Estnische. Versuchst du, weitere Übersetzungen voranzutreiben? Wie wirkt sich da dein Zweitwohnsitz in Fort Myers aus?

UWE: Nun ja, wirklich vorantreiben kann man so etwas nicht. Glücklicherweise habe ich einen tollen Agenten, der meine Stoffe auch international anbietet, aber das dauert … Die Pandemie war, was das betrifft, leider nicht besonders hilfreich. Die Tatsache, dass ich einige Monate im Jahr in den USA lebe, spielt da keine Rolle. Zumindest bislang nicht.

MARKUS: Sind Verfilmungen deiner Bücher geplant?

UWE: Hier gilt dasselbe wie für Auslandslizenzen. Es ist viel Geduld gefragt und manchmal, mit ganz ganz viel Glück, kommt eventuell ein Vertrag zustande. Es gab bei mir tatsächlich schon Gespräche, aber die sind leider im Sand verlaufen. Aktuell ist nichts geplant.

MARKUS: Als Selfpublisher muss ich mich um Marketing kümmern. Wie viel Unterstützung erhältst du da von deinem Verlag? Auch mit dem Blick auf Social Media?

UWE: Bei Heyne, einem der größten Publikumsverlage Deutschlands, unter Vertrag zu sein, ist für mich in dieser Hinsicht natürlich ein Segen. Heyne erstellt die Marketing-Kampagnen und trägt durch die hervorragende Vernetzung und die vielen Medienkontakte maßgeblich dazu bei, dass meine Bücher „gesehen“ werden. Aber zu denken, als Verlagsautor müsste man sich deswegen marketing-technisch um nichts kümmern, wäre ein Trugschluss. Heutzutage musst du auch als Verlagsautor auf Social Media und generell im Netz aktiv sein, sonst findest du schlichtweg nicht statt. Außer man heißt z.B. Frank Schätzing und kann sich das leisten, aber wie viele Autoren haben schon einen solchen Status in Deutschland? Vielleicht eine Handvoll …

MARKUS: Was kannst du zu deinem aktuellen Projekt erzählen?

UWE: Es wird auf jeden Fall wieder ein Thriller im Genre „Climate Fiction“, mit einem Thema, das uns in naher Zukunft schon alle betrifft.

MARKUS: Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?

UWE: Die Bibel. Mit über zwei Milliarden verkauften Exemplaren hätte ich vermutlich ausgesorgt ;)

MARKUS: Hast du Schreibroutinen? Wie planst du deine Schreibzeit mit Familie und anderen Hobbies?

UWE: Ich versuche, jeden Tag Zeit fürs Schreiben einzuplanen. Das gelingt mal mehr mal weniger gut, da ich ja hauptberuflich noch ein Unternehmen führe. Besondere Routinen habe ich daher nicht.

MARKUS: Du lebst und arbeitest in München und Florida (Fort Myers). Vermutlich schreibst und arbeitest du komplett digital?

UWE: Richtig.

MARKUS: Pendelt Marley (der Labrador von Uwe) mit dir zwischen den Wohnsitzen?

UWE: Auf jeden Fall. Marley gehört zur Familie und er ist der Grund, warum ich an manchen Tagen überhaupt das Haus verlasse. Da wir ja nur einmal pro Jahr hin- und zurückfliegen, mit jeweils mehreren Monaten dazwischen, ist das kein Problem.

MARKUS: Hast du einen festen Schreibplatz? (gilt potentiell für beide Wohnsitze)

UWE: Ja, in beiden Häusern im Dachgeschoss.

MARKUS: Mit der Hand? Schreibmaschine oder Computer?

UWE: PC und Laptop.

MARKUS: Schreibst du mit Musik oder muss es still sein? Falls mit: welche?

UWE: Es muss nicht unbedingt still sein, ich kann zum Beispiel auch ganz gut im Zug schreiben, aber mit Musik, das geht nicht. Das lenkt mich tatsächlich nur ab.

MARKUS: EBook oder eines aus Papier?

UWE: Zuhause Papier, unterwegs Ebook.

MARKUS: Welches Buch hast du als Letztes gelesen?

UWE: „Projekt Goliath“ von Matthias Bürgel.

MARKUS: Welches Buch hast du nicht fertiggelesen?

UWE: „Eines Menschen Flügel“ von Andreas Eschbach

MARKUS: Abschließende Worte?

UWE: Danke für die interessanten Fragen. Weiterhin viel Erfolg!

Webseite: www.uwelaub.de
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