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Markus‘ Mittwoch Manuskript Meeting Autoreninterview mit @SunnyH.Shaffer

Markus‘ Mittwoch Manuskript Meeting Autoreninterview mit @SunnyH.Shaffer

Eine der Sachen, die mich überrascht hat, ist, wie viele Menschen am Schreiben sind! Eine riesige Varianz an Genres, aber vor allem auch Vorgehensweisen, die mich immer wieder beeindrucken. Sunny ist gerade dabei einen #dresdenkrimi zu schreiben, während sie ihren USA-Krimi gerade überarbeitet. Derweil hat sie die Chance genutzt und hat mit ihrem Beitrag an der Spendenanthologie „Wir schreiben für euch“ für das Ahrtal eine Lesung (die Erste?) gehalten. Was sie (für mich, als Musiker) sympathisch macht ist die Liebe für Rockmusik und dass sie Gitarre spielt.

MARKUS: Hallo, danke, dass du dir die Zeit für die Fragen nimmst.

SUNNY: Hallo Markus, danke dass ich hier sein darf.

MARKUS: Bevor wir zum Schreiben kommen: was für eine Gitarre spielst du? Bei mehreren bitte den Verweis auf dein Lieblingsinstrument.

SUNNY: Ich spiele Akkustikgitarre. Eine Fender für Linkshänder. Hihi, dass reimt sich ;).

MARKUS: Meine Nemesis als singender Gitarrist ist die Soloperfomance von „Big Love“ von Lindsey Buckingham (Fleetwood Mac). Was ist da dein Mount Everest?

SUNNY: Ich bin ein riesen Fan der Foo Fighters, weshalb ich mich immer wieder an deren Liedern versuche. Ich mag das Lied „Friend of A Friend“ und eigentlich sind die Akkorde auch nicht so schwer, dafür muss ich aber auf dem Griffbrett herumrutschen, was mir nicht leicht fällt. Mein Mann hat mir das Gitarrespielen vor etwa sechs Jahren beigebracht, trotzdem betrachte ich mich immer noch als Amateurin.

MARKUS: Fließt deine Affinität zu Musik in deine Geschichten ein?

SUNNY: Die zur Rockmusik auf jeden Fall. Vor allem bei dem Ermittlerduo in der Dresdenkrimireihe wird Musik thematisiert, denn sie mögen beide Rockmusik. Doch während Paula eher Balladen hört, muss es bei Leon Hard Rock oder Heavy Metal sein.

MARKUS: Erzähle uns bitte etwas zur „USA-Krimi-Trilogie“ und zur Dresdenkrimireihe.

SUNNY: In der USA-Krimi-Trilogie gibt es drei Protagonisten. Im ersten Teil erzähle ich die Geschichte einer Frau, deren Ehemann vergiftet wird. Sie ist die Hauptverdächtige. Mit Hilfe eines Privatdetektives begibt sie sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Der Krimi spielt zum Großteil in New Orleans. Der zweite Teil wird sich mit der Geschichte des Privatdetektives befassen, der einmal ein New Yorker Polizist war und nach einem Unglück den Dienst quittierte. Bei einem Ausflug nach New York, holt seine Vergangenheit ihn ein. Und im dritten Teil steht der New Orleanser Polizist aus Band eins im Vordergrund. Ein afroamerikanischer Mann mit dem Namen O’Leary. Den Namen trägt er, weil seine Mutter einen Iren geheiratet hat. Sein richtiger Vater, den er für tot hielt, meldet sich bei ihm. Er braucht O‘Learys Hilfe. Dieser Band spielt hauptsächlich in San Fransisco.

In der Dresdenkrimireihe geht es in erster Linie um das Ermittlerteam Paula Jansen und Leon Rohde. Sie finden in Band eins erst zusammen, müssen einander kennenlernen, Vertrauen aufbauen und gleichzeitig ihren ersten gemeinsamen Fall lösen. Für Band eins steht nun die Rohfassung und Band zwei plotte ich momentan.

MARKUS: Warum direkt eine Trilogie, bzw. sogar eine ganze Reihe?

SUNNY: Anfangs sollte die USA-Krimi-Trilogie nur ein Buch werden. Doch während der Entstehung dieser Geschichte kristallisierten sich die drei Protagonisten heraus. Jeder für sich mit einer eigenen Vergangenheit, die erzählt werden wollte. Deshalb entstand die Idee zu einem Drei-Teiler.

Die Idee zur Dresdenkrimireihe hatte ich im Zuge eines Aufbaustudiums im Bereich Krimi/Thriller bei der Textmanufaktur. Zuerst stand mein Ermittlerteam. Und ich wusste, mit denen möchte ich nicht nur einen Fall lösen.

MARKUS: Wie baust du deine Figuren auf? Planst du sie erst durch oder entstehen sie beim Schreiben?

SUNNY: Protagonisten und Antagonisten plane ich im Vorfeld, doch Nebenfiguren entstehen auch schon mal beim Schreiben, vor allem dann, wenn die Figur bis zu der Szene, in der sie vorkommt, überhaupt nicht eingeplant war.

MARKUS: Du hast beim Camp NaNoWriMo mitgemacht und postest regelmäßig Schreibupdates. Wie sehr brauchst du den Austausch und diese Meldungen, um dich selbst zu motivieren?

SUNNY: Nicht so sehr. Beim NaNoWriMo habe ich im Juli zum ersten Mal mitgemacht, einfach um es auszuprobieren. Motivieren kann ich mich auch, ohne den Austausch, wobei ich erst seit der Anmeldung bei Instagram so richtig vorankomme. Also einen Mehrwert fürs Schreiben bringen mir der Austausch und die Meldungen schon.

MARKUS: Wirst du beim NaNoWriMo mitmachen?

SUNNY: Ja. Ich bin schon fleißig ab plotten.

MARKUS: Nochmal kurz eine Musikfrage: Welchen Song hättest du gerne geschrieben?

SUNNY: „Times Like These“ von den Foo Fighters. Die Band stand kurz vor dem Aus. Und dann schrieb Dave Grohl diesen Song. Er symbolisiert also einen Neuanfang. Wobei, hätte ich den Song geschrieben, statt Dave Grohl, gäbe es die Foo Fighters heute vielleicht gar nicht mehr. Also lassen wir den Song lieber dieser wundervollen Band.

MARKUS: Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?

SUNNY: Mein Eigenes ;)
Scherz beiseite. Es gibt wirklich sehr viele gute Bücher, aber keines von denen hätte ich schreiben wollen. Jeder hat andere Ideen, und jeder setzt diese anders um. Mir reicht es, meine eigenen Ideen in (hoffentlich) spannenden Geschichten zu erzählen.

MARKUS: Hast du Schreibroutinen? Wie planst du deine Schreibzeit mit Familie und anderen Hobbies?

SUNNY: Richtige Routinen sind es nicht. Ich schreibe, wenn ich Zeit habe. Noch bin ich in Elternzeit, weshalb ich die Mittage, wenn der Kleine sein Nickerchen hält, nutzen kann. Außerdem arbeite ich abends, wenn die wilde Bande schläft. Damit komme ich auf 10 – 15h Schreibzeit in der Woche.

MARKUS: Hast du einen festen Schreibplatz?

SUNNY: Eigentlich habe ich einen Schreibtisch im Schlafzimmer, aber da der Kleine dort schläft, schreibe ich meist am Esstisch im Wohnzimmer. Nach unserem Umzug im Januar werde ich endlich ein Arbeitszimmer haben und damit dann auch einen festen Schreibplatz.

MARKUS: Mit der Hand? Schreibmaschine oder Computer?

SUNNY: Erste Ideen, Charakterskizzen und Plot schreibe ich in ein Notizbuch. Dann übertrage ich den Plot in Papyrus Autor und schreibe am Computer.

MARKUS: Schreibst du mit Musik oder muss es still sein? Falls mit: welche?

SUNNY: Noch Anfang des Jahres hätte ich gesagt, dass ich absolute Ruhe brauche. Nur ist das mit zwei kleinen Kindern nicht möglich. Deshalb habe ich mir angewöhnt, Meditations- und Hintergrundmusik über die Kopfhörer laufen zu lassen.

MARKUS: EBook oder eines aus Papier?

SUNNY: Ich nutze beides, auch wenn ich noch immer am liebsten eine Printausgabe in Händen halte.

MARKUS: Welches Buch hast du als Letztes gelesen?

SUNNY: Relic – Museum des Grauens. Den ersten Teil der Agent Pendergast-Reihe von Preston und Child.

MARKUS: Welches Buch hast du nicht fertiggelesen?

SUNNY: Kann ich gar nicht sagen. Es waren ein paar, aber ich habe mir von keinem der Bücher den Titel gemerkt.

MARKUS: Abschließende Worte?

SUNNY: Es hat mich gefreut, mich deinen Fragen zu stellen.
Ich schließe mit meinem Motto: „Lesen hält Geist und Seele jung, und das Schreiben sie lebendig.“

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