MMMM Markus Mittwoch Manuskript Meeting
Markus‘ Mittwoch Manuskript Meeting mit Judith Hages (Autorininterview)

Markus‘ Mittwoch Manuskript Meeting mit Judith Hages (Autorininterview)

Erstkontakte auf Social Media kommen oft über ein einfaches „Like“, manchmal einen Kommentar und hin und wieder freundliche PM. Kurz nach der Veröffentlichung des ersten Bands bekam ich eine sehr freundliche Nachricht von Judith Hages, was mich dann dazu brachte ihr Instagram Profil anzuschauen. Sie hat einen historischen Roman geschrieben, der von der Kaiserzeit bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg spielt. Gekauft, gelesen, begeistert. Zeitenschmiede spielt in Düren und in der Eifel und dreht sich um eine Schmiedefamilie.

MARKUS: Hallo, danke, dass du dir die Zeit für die Fragen nimmst.

JUDITH: Hallo Markus, danke, dass ich hier mitmachen kann. Ich habe deine anderen Autoreninterviews (und natürlich alle anderen Posts) immer verfolgt und habe mich total gefreut, als du mich angesprochen hast.

MARKUS: Wie hat deine Familie auf deinen Roman reagiert?

JUDITH: Die Familie war begeistert. Meine Mutter ist immer Erstleserin meiner Geschichten. Sie und mein Partner haben mich ständig ermutigt, weiterzumachen.

MARKUS: Erzähl uns bitte kurz von deinem Brotjob und wie er dir beim Schreiben geholfen hat.

JUDITH: Ich arbeite seit 16 Jahren als Archivarin. Die Recherche gehört dabei zum Handwerk, was mir beim Schreiben des historischen Romans sehr geholfen hat. Außerdem entwickelt man in diesem Beruf irgendwann ein gewisses Verständnis für historische Zusammenhänge und Hintergründe.

MARKUS: Du hast die 20er Jahre nur am Rande behandelt. Wie bist du bei der Auswahl der Kapitel vorgegangen? Wolltest du eine bestimmte Romanlänge nicht überschreiten?

JUDITH: Ursprünglich war geplant, dass ich die „Geschichte in der Geschichte“ über Heinrich und Anna weiter ausführe. Doch dies hätte vom eigentlichen Thema – die Schmiedefamilie – abgelenkt. Ich wollte den roten Faden nicht verlieren. Außerdem habe ich mir so die Möglichkeit offen gehalten, einen Roman mit schon bekannten Figuren zu entwerfen.

MARKUS: Welche Phase vom Entwurf schreiben, bis zur Veröffentlichung hat dir am meisten Spaß gemacht?

JUDITH: Am meisten Spaß hat mir das Schreiben selbst gemacht – wenn man so richtig im Flow ist, die Sätze nur so herausfließen und man nicht merkt, dass bereits sieben Stunden vergangen sind.

MARKUS: Was kannst du zu deinem aktuellen Projekt erzählen?

JUDITH: An meinem aktuellen Projekt arbeite ich seit November 2020. Da es ein anderes Genre ist, werde ich den Roman (hoffentlich bis Ende Dezember) unter einem anderen Autoren-Namen veröffentlichen. Aber Ideen für einen weiteren historischen Roman sind bereits da.

MARKUS: Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?

JUDITH: The Stand von Stephen King.

MARKUS: Hast du Schreibroutinen? Wie planst du deine Schreibzeit mit Familie und anderen Hobbies?

JUDITH: Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf, mache mir Kaffee, lasse die Vögel aus dem Käfig und schreibe mindestens eine Stunde lang an meinem Projekt. Auf dieses Schreibritual verzichte ich ungern.
Die Familie weiß mittlerweile, dass es schon mal Zeiten gibt, an denen ich nicht ansprechbar bin, weil ich schreibe oder irgendetwas überarbeite. Leider habe ich kaum noch Zeit für andere Hobbys wie Joggen.

MARKUS: Hast du einen festen Schreibplatz?

JUDITH: Ich sitze immer in meiner sogenannten „Flow-Ecke“ (Eck-Sofa) im Wohnzimmer, während meine Bourkesittiche herumfliegen.
Meinen historischen Roman „Zeitenschmiede“ habe ich jedoch am Schreibtisch geschrieben, der damals noch im Wohnzimmer stand.

MARKUS: Mit der Hand? Schreibmaschine oder Computer?

JUDITH: Notizen und Entwürfe mit der Hand. Ansonsten immer am Laptop mithilfe einer Autoren-Software.

MARKUS: Schreibst du mit Musik oder muss es still sein? Falls mit: welche?

JUDITH: Musik bringt mich beim Schreiben aus dem Rhythmus. Lese ich das Geschriebene nachher ohne Musik durch, merke ich, dass der Lesefluss ins Stocken gerät. Aber zur Einstimmung oder zur Ideenfindung höre ich schon mal vor dem Schreiben Musik. Meistens Klassik, Filmmusik. Ansonsten muss es still sein (bis auf das Piepsen der Vögel). Bei zu viel Lärm hilft auch schon mal ein Noise Cancelling Kopfhörer oder gute Ohrstöpsel. Dann kann ich auch im Café schreiben.

MARKUS: E-Book oder eines aus Papier?

JUDITH: Ich habe es wirklich mit E-Books versucht, aber ich bin irgendwie altmodisch und brauche Papier und das Umblättern. Und vor allem den Geruch! Ich gebe zu: Ich muss an jedem Buch schnuppern.

MARKUS: Welches Buch hast du als Letztes gelesen?

JUDITH: Ich lese oft mehrere Bücher (verschiedene Genres) parallel. Momentan lese ich „Das grüne Symbol“ von Christina Marie Huhn, „Knollenland“ von Herbert Pelzer, „In einem andern Land“ von Ernest Hemingway und natürlich dein Buch „Ohne Strom“, Band 1.

MARKUS: Welches Buch hast du nicht fertig gelesen?

JUDITH: Ich zwinge mich, jedes Buch fertig zu lesen, auch wenn es mir ab und zu schwerfällt. Ich denke immer daran, dass der Autor eine Menge Zeit, Geld und Herzblut hineingesteckt hat – egal, ob mir der Text gefällt oder nicht.

MARKUS: Abschließende Worte?

JUDITH: Vielen Dank, dass du hier eine Plattform für Autoren geschaffen hast. Den Austausch untereinander finde ich sehr spannend und hilfreich. Wir sitzen ja alle „im selben Boot“.

https://www.judith-hages.de

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