MMMM Markus Mittwoch Manuskript Meeting
Markus‘ Mittwoch Manuskript Meeting mit Andrea Nesseldreher (Autorininterview)

Markus‘ Mittwoch Manuskript Meeting mit Andrea Nesseldreher (Autorininterview)

Auf #Bookstagram und #Facebook hat man die Gelegenheit, nette Menschen aus der #Autorencommuntiy kennenzulernen. Andere hingegen: Vor 25 Jahren ging ich mit meiner #Gitarre zum #Vorspielen der Band „Back in the Box“ und aus der Begegnung entstand die Freundschaft zur Sängerin Andrea. Interessanterweise hat es uns neben dem Hobby Musik auch an die #Schreibmaschinen getrieben und so können wir uns heute wunderbar über #Musikmachen und #Bücherschreiben unterhalten.

MARKUS: Hallo, danke, dass du dir die Zeit für die Fragen nimmst.

ANDREA: Sehr gerne. Die Gelegenheit, von einem guten Freund interviewt zu werden, muss man doch nutzen.

MARKUS: Du hast gerade zwei Bücher auf einmal veröffentlich. Magst du die kurz vorstellen?

ANDREA: Na klar. Es sind beides Bücher aus einer Reihe mit Ferienabenteuern der Geschwister Lilly und Nikolas. „Filmreife Ferien an der Lahn“ spielt in unserer schönen Heimat #Mittelhessen. Mit einer Jugendgruppe erkunden Lilly und Nikolas die Gegend zwischen #Marburg und #Runkel, besichtigen Burgen, Museen, Höhlen und ein Labyrinth. Dabei erleben sie ein spannendes Abenteuer. Lilly glaubt, einer Entführung auf der Spur zu sein, aber keiner mag ihr so recht glauben. Erst als die Jugendgruppe überraschend die beliebte junge Sängerin Cora kennenlernt, kommt Licht ins Dunkel.
In “Die Krone der Loreley“ reisen Nikolas und Lilly ins wunderschöne Mittelrheintal. Auch dort gibt es eine Menge zu entdecken – eine mittelalterliche Zollburg, Baumgeister, das Erfahrungsfeld der Sinne oder den Mann des Jahrtausends. Vor allem freuen sich die beiden auf das Feuerwerk-Spektakel „Rhein in Flammen“. Der gleichaltrige Daniel, der nebenan wohnt, würde auch gerne dabei sein, aber er kann nicht auf einem Ausflugsschiff mitfahren, denn er ist chronisch krank und auf Rollstuhl und Sauerstoffgerät angewiesen. Lilly und Nikolas möchten ihm natürlich unbedingt seinen größten Wunsch erfüllen.
Weil sie auf einem Weingut wohnen, erfahren sie zudem einiges über den Weinbau und Oma Grete, die Oma der Winzerfamilie, erzählt ihnen die Sage von der Loreley. Sie selbst war als junge Frau einst Loreley-Repräsentantin (das ist so etwas ähnliches wie eine Weinkönigin) und würde zu gerne noch einmal ihr Krönchen von damals tragen, doch es ist verschwunden. Klar dass Lilly und Nikolas alles daran setzen, die Krone der Loreley wieder zu finden.
Das schöne an den Büchern dieser Reihe ist, dass sie Abenteuergeschichte und Reiseführerinformationen verbinden. Es gibt inzwischen viele Familien, die sich in ihrem Urlaub von Lilly und Nikolas begleiten lassen, denn die Geschichten gibt es über ganz viele deutsche Urlaubsregionen. Und übrigens auch bald vom Bodensee, denn ich nutze unseren diesjährigen Familienurlaub zur Recherche fürs nächste Buch…..

MARKUS: Wie konkret sind die Vorgaben, die du vom @biberundbutzemann bekommst?

ANDREA: Es gibt nur wenige Vorgaben. Gemeinsam mit der Verlegerin wird die Region festgelegt, die vorgestellt werden soll, etwa eine Insel oder eine Stadt mit einem gewissen Umkreis. Es gibt Vorgaben über die Hauptcharaktere der Reihe, also Lilly, Nikolas und ihre Familie, z.B. deren Vorlieben oder Interessen. Bei der Abenteuergeschichte darf ich mich „austoben“ und was die Sehenswürdigkeiten betrifft, bin ich auch sehr frei und darf diejenigen aussuchen, die ich selbst am liebsten mag. Natürlich sollte alles familientauglich sein und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten einer Region sollten auch enthalten sein. Ein Buch über Paris, ohne den Eiffelturm zu erwähnen, wäre also nicht wünschenswert.

MARKUS: Wie verteilt sich die Arbeit auf #Recherche, Schreiben, #Überarbeiten? Du hast erzählt, dass du dir oft die Erlaubnis holst, über etwas schreiben zu dürfen?

ANDREA: Ich brauche ungefähr zwei bis drei Monate für die Rohfassung und etwa einen Monat zum Überarbeiten. Dann durchläuft das Manuskript mehrere Lektoratsdurchgänge und natürlich auch ein Korrektorat, d.h. als erste liest meine Verlegerin die Geschichte, dann die Lektorin und auch noch einige andere Verlagsmitarbeiter. Jeder findet andere Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten und der Text profitiert am Ende sehr davon.
Die Recherche verläuft sehr unterschiedlich. Für mein erstes Buch über #Amrum habe ich wenig neu recherchiert, denn dort mache ich seit 20 Jahren Urlaub und kenne mich aus. Notfalls konnte ich auch immer meinen Freund Matthias von den @strandschoenheiten_amrum fragen, der das Glück hat auf der Insel zu leben.
Für Mittelhessen habe ich auch gar nicht so viel recherchieren müssen und wenn doch, dann hatte ich es ja nicht weit.
Für „Die Krone der Loreley“ haben wir im letzten Jahr sehr viele Ausflüge an den Rhein gemacht. Dazu nehme ich meistens meine Familie mit, denn schließlich sollen die Ausflugtipps ja auch familiengerecht sein.
Wenn das Manuskript fertig lektoriert ist und idealerweise schon ein paar Illustrationen da sind, fragen wir bei allen Sehenswürdigkeiten und manchmal auch Personen, die im Buch vorkommen, nach, ob es in Ordnung ist, sie zu erwähnen, und ob alles richtig ist, was ich geschrieben habe. Da gibt es immer mal kleinere Änderungswünsche, aber bisher hatte noch nie jemand grundsätzlich etwas dagegen.

MARKUS: Ich weiß, dass du an anderen Projekten arbeitest. Magst du etwas über die Strandschönheiten und das Buch erzählen?

ANDREA: Die Geschichte über die @Strandschoenheiten_amrum mit dem Arbeitstitel „Der bezaubernde Töpferladen“ war die erste längere Geschichte, die ich 2018 geschrieben habe. Sie handelt von einem Töpfer auf Amrum und den Figuren, die er töpfert – die Strandschönheiten eben. Diese Figuren werden nachts lebendig und erleben mit den Patenkindern des Töpfers nächtliche Abenteuer.
Das Buch wird gerade ganz zauberhaft illustriert von Stefanie Messing. @kleinerwolf77
Wenn es fertig ist, wird das Buch dann auf Amrum im Töpferladen erhältlich sein.

MARKUS: Da ich Testleser deines Chicklit-Romans sein durfte, würde ich gerne wissen, wie da die weiteren Planungen aussehen?

ANDREA: Da wäre ich gerne schon weiter, als ich bin. Ich möchte den ersten Entwurf – denn mehr ist es bislang nicht – noch einmal grundlegend überarbeiten und werde dann versuchen, eine Agentur bzw. einen Verlag zu finden, die sich seiner annehmen.

MARKUS: Wenn du die freie Auswahl hättest, mit einer anderen Autorin, einem Autor deiner Wahl zu arbeiten, wer wäre es? Und worüber würden wir schreiben?

ANDREA: Spannend wäre es natürlich, wenn wir einmal zusammen etwas schreiben würden. Wir müssten nur eine Schnittmenge zwischen unseren Genres finden: Das wäre dann eine Art dystopischer Chick-Thriller für Kinder. Oder so ähnlich.
Ansonsten wäre eine Wunsch-Schreibpartnerin sicher Antonia Michaelis, die sowohl wunderbar-skurrile und gleichzeitig tiefgründige Unterhaltungsromane wie auch spannende und teils fantastische Abenteuergeschichten für Kinder schreibt. Das sind genau die Geschichten, die ich auch schreiben möchte.

MARKUS: Hast du Schreibroutinen? Wie planst du deine Schreibzeit mit Familie und anderen Hobbys?

ANDREA: Ich fange sehr früh an zu schreiben, also gegen halb sechs. (Es ist übrigens gerade 6:10 Uhr…) Das ist meine liebste Zeit, dann ist noch alles still und man hat den Kopf noch frei. Dann kommt die Phase, in der meine Kinder aufstehen und zur Schule bzw. Kindergarten müssen und den anschließenden Vormittag nutze ich wenn irgend möglich, zum Schreiben – wenn nicht gerade Homeschooling ist. Aktuell mache ich wieder ganz viele Stadtführungen und auch einige Lesungen – was ja erfreulich ist, aber in der Zeit kann man natürlich nicht schreiben. Ansonsten bin ich inzwischen echt gut darin, kleine Lücken im Familien-Tagesablauf zum Schreiben, überarbeiten oder plotten zu nutzen. Und wenn es nur 10 Minuten sind. Es gibt ja immer mal Wartezeiten während die Kinder in der Sporthalle, im Schwimmbad oder der Musikschule sind….

MARKUS: Hast du einen festen Schreibplatz?d

ANDREA: Da gibt es unterschiedliche Plätze. Oft schreibe ich im Arbeitszimmer, manchmal im Wintergarten, da habe ich einen Schreibplatz mit Aussicht, im Sommer aber auch gerne auf dem Balkon oder im Winter mit Kuscheldecke auf dem Sofa. Vor Corona habe ich eine Weile in Cafés geschrieben und tatsächlich auch schon auf Rügen am Strand.

MARKUS: Mit der Hand? Schreibmaschine oder Computer?

ANDREA: Meine Bücher schreibe ich am Computer. Ich genieße es sehr, dass man am Computer so komfortabel alles hin- und herschieben oder verschiedene Versionen ausprobieren kann. Mit Schrecken erinnere ich mich an meine erste Hausarbeit an der Uni, die habe ich noch mit der Schreibmaschine geschrieben! Grauenhaft!
Wenn mir unterwegs etwas einfällt, spreche ich das über eine Notizfunktion ins Handy. Ich gehöre aber zu der aussterbenden Gattung derer, die noch Briefe mit der Hand schreiben.

MARKUS: Schreibst du mit Musik oder muss es still sein? Falls mit: welche?

ANDREA: Meistens schreibe ich eher in Stille (und bin total genervt, wenn die Nachbarn Rasenmäher oder Heckenschere anwerfen…)
In seltenen Fällen höre ich Musik, dann aber in Dauerschleife. Dann geht das eher in die Richtung Kate Bush, Happy Rhodes oder so. Und auf jeden Fall Musik, die ich gut kenne, sonst lenkt es mich zu sehr ab.

MARKUS: EBook oder eines aus Papier?

ANDREA: Papier!!! Ganz klar. Das Gefühl eines Buches in der Hand, das Rascheln, der Geruch – da kommt kein E-Book-Reader mit. Ich lese nur im absoluten Notfall digital. Und elektronische Kinderbücher kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Trotzdem verstehe ich natürlich den Vorteil, dass ein E-Book-Reader viel Platz spart (und Gewicht beim Reisegepäck….)

MARKUS: Welches Buch hast du als Letztes gelesen?

ANDREA: „Die Schokoladenvilla“ von Maria Nikolai, Band 1.

MARKUS: Welches Buch hast du nicht fertig gelesen?

ANDREA: Es passiert nicht so oft, dass ich Bücher nicht zu Ende lese, aber eines davon war „Die Insel des vorigen Tages“ von Umberto Eco. Das fiel so in die Kategorie „Muss man mal gelesen haben“, entpuppte sich aber als schrecklich langweilig.

MARKUS: Abschließende Worte?

ANDREA: Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mit dem Schreiben meine absolute Passion entdeckt habe und hoffe, dass weiterhin viele Ideen sprudeln – das wünsche ich auch Dir und allen anderen Autoren. Und vielen Dank für das nette Interview.

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