Versteckte Bonustracks auf CDs?

Gerade eben läuft auf meinem Mp3-Spieler die selbstbetitelte LP „Selig“ der Hamburger Rockgruppe „Selig“ (natürlich, wenn der Name der Band anders wäre,wäre es ja nicht mehr selbstbetitelt). Hört man sich den 14. Titel des Album an (Fadensonnen),  wird es so etwa ab 3:33 ruhig. Okay, Album fertig, auf zum nächsten. Allerdings wird man bei 8:07 je aus dem Träumen herausgerissen: „Keine Macht den Drogendoofen“ schliesst als versteckter Track die CD ab.

Versteckter Track, klingt auch erstmal geheimnisvoll, ist aber auf CD oder MP3 irgendwie seltsam. Diejenigen unter uns, die sich noch an Plattenspieler erinnern kennen die Auslaufrille: ist eine Seite der Schallplatte abgespielt, wandert der Tonarm nach innen und endet dann in einer Endlosschleife (schlaue Plattenspieler heben ab einem gewissen Punkt den Arm und führen ihn wieder zurück… und bringen den Hörer so um den Genuß).

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Die machen ja auch nichts Neues und sind sich gar nicht treu geblieben!

Oxymoron. Auch wenn ich nicht mal sicher bin wie das Wort richtig ausgesprochen wird, ist es eines meiner Lieblingsworte. Lt. Wikipedia handelt es sich dabei um eine rhetorische Figur, die aus sich gegenseitigen ausschließenden Begriffen bildet. „Trockenes Wasser“ oder „kaltes Feuer“, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wie ich jetzt die Überleitung zur Musik mache? Böse Zungen behaupten, das ein „leiser E-Gitarrist“  auch ein Oxymoron ist, generell würde ich dem auch nicht widersprechen, aber darum geht es mir hier nicht.

Die meisten Bands machen verschiedene Phasen durch. Ist das Debutalbum veröffentlicht und der erste Erfolg vorhanden stellt sich schnell die Frage nach dem Quo Vadis. Zu schnell kommt der Vorwurf, das sich das Nachfolgealbum quasi wie das Erste anhören würde und man gar keinen oder kaum Fortschritt hören kann. Wird der Schritt zu groß, kommt der Vorwurf das die Band „sich gar nicht treu geblieben ist“.

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Du auch! Ihr Zwei! U2! – Part 1

Aus der Retroperspektive entdeckt man im eigenem Leben immer wieder einschneidende Erlebnisse. Quasi Scheidewege, an denen sich das Leben für diesen oder jene Variation entschieden hat. Der 13. Juli 1985 hielt für mich so einen Moment parat, aber es sollte noch etwas dauern, bis ich das überhaupt bemerkte hatte. Ganz aufmerksame Musikfans erkennen das Datum als Tag des gigantischen Benefizkonzertes Live Aid und es sollte dieser Tag sein der mich Fan werden lies. Vielleicht nicht direkt im Anschluss, aber dort hat es irgendwie „klick“ gemacht.

Schaue ich mir heute diesen Auftritt auf der DVD an, frage ich mich schon manchmal wo die Begeisterung damals hergekommen ist: vergleicht man den Auftritt von U2 mit denen von anderen Künstlern, muss man, auch als Fan, eingestehen, dass das weder qualitativ noch modisch der beste Auftritt der Veranstaltung war. Okay, Bonos Vokuhila und Hosen in der Stiefel, das waren die 90er und sind wohl genauso zu Entschuldigen wie die engen gestreiften Jeans die quasi zeitgleich vor allem beim Hairsprayrock verbreitet waren, aber trotzdem hatte der Auftritt etwas besonderes.

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Die CD ist tot, es lebe die MP3Schallplatte?

Vor knapp einem viertel Jahrhundert fing ich an von der Schallplatte auf die CD umzusteigen. Heute, nicht einmal eine Generation später, schmücken meine CDs in erster Linie nur noch das Regal, die Musik kommt meistens aus dem MP3 Player. Bei Diskussionen um diese Medienwechsel stellt man fest, dass die Skeptiker damals wie heute recht ähnliche Überzeugungen vertreten. Manchmal steckt Handfestes dahinter, häufig ist da jedoch der Wunsch der Vater des Gedanken. „Die CD ist tot, es lebe die MP3Schallplatte?“ weiterlesen