Versteckte Bonustracks auf CDs?

Gerade eben läuft auf meinem Mp3-Spieler die selbstbetitelte LP „Selig“ der Hamburger Rockgruppe „Selig“ (natürlich, wenn der Name der Band anders wäre,wäre es ja nicht mehr selbstbetitelt). Hört man sich den 14. Titel des Album an (Fadensonnen),  wird es so etwa ab 3:33 ruhig. Okay, Album fertig, auf zum nächsten. Allerdings wird man bei 8:07 je aus dem Träumen herausgerissen: „Keine Macht den Drogendoofen“ schliesst als versteckter Track die CD ab.

Versteckter Track, klingt auch erstmal geheimnisvoll, ist aber auf CD oder MP3 irgendwie seltsam. Diejenigen unter uns, die sich noch an Plattenspieler erinnern kennen die Auslaufrille: ist eine Seite der Schallplatte abgespielt, wandert der Tonarm nach innen und endet dann in einer Endlosschleife (schlaue Plattenspieler heben ab einem gewissen Punkt den Arm und führen ihn wieder zurück… und bringen den Hörer so um den Genuß).

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Nur ein weiterer Stein in der Mauer – Just another brick in the wall

Ende 1979 war die Welt noch in Ordnung: unterteilt in erste,  zweite und dritte Welt, der Osten vom Westen unter anderem durch die Mauer getrennt und die Herren Waters und Gilmour waren noch in der gleichen Band. Unabhängig von Ulbrichts „niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“-Denkmal beschäftigten sich die beiden Herren mit ihren Kollegen Mason und Wright mit einer eigenen Mauer. Oder vielleicht auch Mehreren, denn hier setzte sich im Grunde fort was spätestens mit „Dark Side of the Moon“ begann: die kommende Trennung von Pink Floyd aber auch die gefühlte Mauer die die Musiker zwischen sich und ihrem Publikum spürten.

Während „The Wall“ schon zum Großteil aus der Feder von Waters stammt, wird das Folgealbum dann noch mehr Waters und die Band darf das Stück nur noch „performen“ (so steht es zumindest auf dem Plattencover). 1980 und 1981 wurde das Werk dann auf einer Tour, die nur 4 Städte besuchte, gespielt und damals war ich mit acht bzw. neun wohl doch noch zu jung für den Stoff. 1990 nutzte Waters die Gelegenheit und ließ „The Wall“ in Berlin mit großem Gastaufgebot (aber ohne seine ehemaligen Kollegen) aufführen. Eine Besonderheit des Konzertes war einerseits das es das bisher einzige Konzert war, das auf einer Bühne in zwei Staaten stattgefunden hat (wir sehen jetzt einmal davon ab, dass die Bundesrepublik die DDR nie als Staat anerkannt hat), allerdings war die Veranstaltungstechnik nicht stabil, die Stromversorgung brach teilweise zusammen, viele der mindestens 200.000 Zuschauer konnten Teile der Show nicht hören.

Mittlerweile sind weitere 20 Jahre vergangen, Roger und seine ehemaligen Mitmusiker von Pink Floyd haben es für Live 8 geschafft wieder gemeinsam auf die Bühne zu gehen und viele Fans haben auf eine gemeinsame Tour gehofft, 2008 verstarb der Keyboarder Richard Wright und somit wohl auch die geringe Möglichkeit einer Reunion Tour. In einer großen Tournee hat nun Roger Waters 2010 und 2011 das Spektakel „The Wall“ wieder in die Stadien gebracht und ich durfte dabei sein. Nun gut, ich habe dafür bezahlt, aber diese Konzertkarte hat sich definitiv gelohnt! Vor der Tour ging noch das Gerücht um, das Gilmour auf mindestens einer Show mitspielen würde, was er dann auch in London bei einer Show gemacht hat, ob er auch in Düsseldorf dabei war?

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Gitarristen: Rebellen und Konservative!

Die drei E-Gitarristenlügen? „Ich habe mich schon leiser gedreht!“, „Ich spiele im nächsten Lied kein Solo!“ und „Ich kann nach Gehör stimmen!“. Als Nichtmusiker mag man sich über solche Witze wundern, jeder der mal in einer Band gespielt hat, fragt sich man sich wo denn da der Witz sein soll. Die meisten jedenfalls, denn die Stereotypen der betroffenen Instrumentalisten (E-Gitarristen, Bassisten, Keyboarder, Sänger) haben alle  ja doch ihren wahren Kern.

Betrachtet man sich E-Gitarristen genau, so fällt ein interessanter Widerspruch auf: auch Jahrzehnte nach der Rock’N’Roll-„Revolution“ sehen sich die Meisten immer noch als Rebellen an. Beobachtet man aber bestimmte Soundvorstellungen, so sind sie im Grunde Erzkonservativ und verteufeln die meisten Neuerungen (wenn es sich dabei nicht um die was-weiß-ich-wievielste Kopie des dagewesenen handelt).

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Der Unterschied zwischen einem Jungen und einem Mann? Der Preis des Spielzeugs!

Das MAD-Magazin dürfte so ziemlich jeder kennen, der etwa mein Alter (Jahrgang 1972) hat. Ganz vorneweg fallen mir da Spy vs. Spy, die genialen Filmparodien (ein wackelnder X-Wing mit einem Luke der zu einem (körperlosen) Obi-Wan sagt: „Raus aus dem Jäger, das ist nur ein Einmannraumschiff“) und der MAD-Report von Dave Berg der vortrefflich Szenen aus dem Alltag aufgriff.

Ganz besonders erinnere ich mich da an einen Strip mit zwei sich unterhaltenden Frauen und eine Frage lautete „Was unterscheidet den Mann vom Jungen?“ Die Anwort „Der Preis des Spielzeuges“ war garniert mit einem Jungen der auf seinem Skateboard die Straße herunterfährt und (vermutlich) seinem Vater, der mit exakt dem gleichen Gesichtsausdruck in seinem Sportwagen die gleiche Straße entlang fuhr.

Als Vater eines Sohnes hat man dann auch Gelegenheit, dies aus beiden Perspektiven zu erleben, denn man ist ja selber noch Sohn und gleichzeitig Vater … für die Mütter ist das dann auch nicht immer einfach.

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Was man als Papa so alles über Dinos lernt

Alles hat mit einem Allosaurus angefangen. Nun gut, es  hätte anfangen können, hat es aber nicht! Obwohl der Theropode aus dem Jura ganz hoch im Kurs steht, kamen ihm Andere zuvor. Mit bis zu zwölf Meter Länge war er einer der größten Raubsaurier seiner Zeit und ging, wie die eigentlich alle Theropoden, Zehengänger. Einer seiner Zeigtenossen war einer der ersten Saurier, in einer immer länger werdenden Liste von Dino- Flug- und Meeressauriern die als Schleichtier Zugang in unser Haus gefunden haben. Der Brachiosaurus, der seinen Namen seinen Vorderbeinen verdankt, die länger als seine Hinterbeine sind ist eben deshalb der „Armsaurier“. Der langhalsige Sauropode lebte ebenfalls im Jura, ernährte sich von Pflanzen und wurde vermutlich bis zu 44 Tonnen schwer! In Berlin steht im Naturkundemuseum mit Oskar ein komplettes Skelett dieser Spezies!
Während der Letztere von gigantischen Ausmaßen war, war der Compsognathus ein eher kleiner Bipede, der etwa so groß wie ein Truthahn war und ebenfalls im Jura lebte. Langer galt er als kleinster Dinosaurier überhaupt und bei einem 85 Zentimeter großem Exemplar das in Deutschland gefunden wurde, konnte man den Mageninhalt identifizieren: eine kleine Echse.

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Tempus fugit: Schwarz Weiß, Bunt, Stereo, Flach, 3D?

Vorletztes Wochenende war eine Zäsur. Mit dem Frühjahr kommt der Drang zum Platz machen und man macht dann endlich mal Sachen, die man schon lange vor sich hergeschoben hat. Und manchmal trifft man auch spontane Entscheidungen. Schon seit einer Weile stand mein alter Fernseher  in einer Abstellkammer, eigentlich nur als Ersatz, verwendet wurde er schon lange nicht mehr. Ich bin zwar nicht ganz überzeugt von „was man zwei Jahre nicht gebraucht hat kann weg“ (über den Zeitraum kann sicherlich auch gestritten werden), aber eigentlich war mir klar: diesen Fernseher brauche ich nicht mehr, also muss er weg. Wo ich dann schon gerade dabei war, habe ich weitere Elektrik und Elektronik eingesammelt: zwei 17 Zoll Monitore, 3 PC-Gehäuse (Tower), einen Lichtschlauch, zwei Autoradios und noch ein paar Lampen.

Seit dem ist unser Haushalt Röhrenfrei. Wobei, nein, ich habe ja noch die Röhrenverstärker, also haben wir einen Bildröhrenfreien Haushalt. Im Gegensatz zu meinen Eltern gehöre ich zu einer Generation, die komplett mit einem Fernseher im Haus aufgewachsen ist (okay, nicht jeder schaut TV und es gibt auch heute noch Haushalte in Deutschland, in denen es keinen Fernseher gibt) und trotzdem hat sich das Medium in den letzten 30 Jahren (so lange müsste ich auch etwa einen eigenen Fernseher haben) irgendwie schon geändert.

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Strange Days have found us

Sneak Previews sind eine Möglichkeit Filme zu sehen, die man sich sonst vielleicht nicht angesehen hätte. Das muss nicht immer ein positives Erlebnis sein, beim Film „Strange Days“ von Kathryn Bigelow jedoch war ich mehr als angenehm überrascht.

Das Genre liegt irgendwo zwischen Film Noir und Sience Fiction, wobei der Film nur wenige Jahre in die Zukunft gelegt wurde. Veröffentlicht 1995 spielt der Film zur Jahrtausendwende. Das Set-Design hatte also die Aufgabe nur wenige Jahre vorweg zu greifen, sieht man mal von der SQUID-Technik ab. SQUID, das ist ein System, mit dem man quasi Sinneseindrücke auf eine MiniDisc aufnehmen kann und diese lassen sich später wieder abspielen.

Protagonist ist der Ex-Cop Lenny Nero (Ralph Fiennes), der mit SQUID-Clips dealt und seiner verflossenen Liebe Faith (Juliette Lewis) hinterher trauert und rennt. Vor dem Hintergrund drohender Rassenunruhen entwickelt sich eine rasante Geschichte, die ihren Climax bei der Silvesterfeier 1999/2000 hat.

SPOILERHINWEIS: im Bericht gehe ich auf verschieden Szenen des Films ein, wer ihn also noch gerne sehen will… kommt später zum lesen wieder. „Strange Days have found us“ weiterlesen

Du auch! Ihr Zwei! U2! – Part 1

Aus der Retroperspektive entdeckt man im eigenem Leben immer wieder einschneidende Erlebnisse. Quasi Scheidewege, an denen sich das Leben für diesen oder jene Variation entschieden hat. Der 13. Juli 1985 hielt für mich so einen Moment parat, aber es sollte noch etwas dauern, bis ich das überhaupt bemerkte hatte. Ganz aufmerksame Musikfans erkennen das Datum als Tag des gigantischen Benefizkonzertes Live Aid und es sollte dieser Tag sein der mich Fan werden lies. Vielleicht nicht direkt im Anschluss, aber dort hat es irgendwie „klick“ gemacht.

Schaue ich mir heute diesen Auftritt auf der DVD an, frage ich mich schon manchmal wo die Begeisterung damals hergekommen ist: vergleicht man den Auftritt von U2 mit denen von anderen Künstlern, muss man, auch als Fan, eingestehen, dass das weder qualitativ noch modisch der beste Auftritt der Veranstaltung war. Okay, Bonos Vokuhila und Hosen in der Stiefel, das waren die 90er und sind wohl genauso zu Entschuldigen wie die engen gestreiften Jeans die quasi zeitgleich vor allem beim Hairsprayrock verbreitet waren, aber trotzdem hatte der Auftritt etwas besonderes.

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Die CD ist tot, es lebe die MP3Schallplatte?

Vor knapp einem viertel Jahrhundert fing ich an von der Schallplatte auf die CD umzusteigen. Heute, nicht einmal eine Generation später, schmücken meine CDs in erster Linie nur noch das Regal, die Musik kommt meistens aus dem MP3 Player. Bei Diskussionen um diese Medienwechsel stellt man fest, dass die Skeptiker damals wie heute recht ähnliche Überzeugungen vertreten. Manchmal steckt Handfestes dahinter, häufig ist da jedoch der Wunsch der Vater des Gedanken. „Die CD ist tot, es lebe die MP3Schallplatte?“ weiterlesen

Nicht noch ein Blog …

„Web 2.0“ ist ein viel strapaziertes Schlagwort, doch eigentlich hat sich in den letzten 15 Jahren gar nicht so viel geändert. Neue Hardware, andere Software, neue Plattformen, aber die Inhalte, die sind eigentlich die Gleichen geblieben! „Nicht noch ein Blog …“ weiterlesen