Versteckte Bonustracks auf CDs?

Gerade eben läuft auf meinem Mp3-Spieler die selbstbetitelte LP „Selig“ der Hamburger Rockgruppe „Selig“ (natürlich, wenn der Name der Band anders wäre,wäre es ja nicht mehr selbstbetitelt). Hört man sich den 14. Titel des Album an (Fadensonnen),  wird es so etwa ab 3:33 ruhig. Okay, Album fertig, auf zum nächsten. Allerdings wird man bei 8:07 je aus dem Träumen herausgerissen: „Keine Macht den Drogendoofen“ schliesst als versteckter Track die CD ab.

Versteckter Track, klingt auch erstmal geheimnisvoll, ist aber auf CD oder MP3 irgendwie seltsam. Diejenigen unter uns, die sich noch an Plattenspieler erinnern kennen die Auslaufrille: ist eine Seite der Schallplatte abgespielt, wandert der Tonarm nach innen und endet dann in einer Endlosschleife (schlaue Plattenspieler heben ab einem gewissen Punkt den Arm und führen ihn wieder zurück… und bringen den Hörer so um den Genuß).

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2010 – Eine Odyssee mit o2

Früher war die Welt einfacher: es gab ein kleines graues Telefon mit Wählscheibe, der Anschluß kam von der Post, denen das Geräte auch gehörte. Große Auswahl, großer Service waren nicht notwendig, denn es gab ja keine Konkurrenz. Zwar kam damit auch die Verpflichtung auch abgelegene Haushalte mit einem Telefonanschluss zu versorgen, aber das war wohl nicht zum Schaden der Telekom.

War man etwas „moderner“ hatte man schon ein Telefon mit Tasten (und auch nicht mehr das ganz so runde Modell), allerdings blieb mein Wunsch nach einem Modell Dallas unerfüllt (Jahre später, als man dann selber Telefonapparate kaufen durfte, hatte ich dann zumindest ein Modell mit den Tasten im Hörer!) und wir hatten relativ früh einen Anrufbeantworter (so groß wie ein Tonbandgerät).

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Cut the Rope auf dem Samsung Galaxy i5800

iOS User sind schon länger in den Genuß von Om Nom gekommen. Ihr kennt Om Nom nicht? Om Nom ist ein kleines froschähnliches Monster, das einen Heißhunger auf Süßigkeiten hat. Unterteilt in mehrere Kartons lässt sich Om Nom nun auch auf Android Handys spielen. Während es für iOS noch freie Versionen mit Probelevels und die eigentliche Bezahlapp (für 79 Cent ) gibt, wird für Android derzeit nur eine kostenlose aber werbefinanzierte Version über Getjar vertrieben.

Realistische Physik und interessante Kombinationsaufgaben machen Cut The Rope zu einem kurzweiligen Zeitvertreib. Wie schlägt sich die Portierung mit allen 175 Level auf dem Samsung Galaxy 3 im Vergleich mit dem Spiel auf dem iPhone?
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Nur ein weiterer Stein in der Mauer – Just another brick in the wall

Ende 1979 war die Welt noch in Ordnung: unterteilt in erste,  zweite und dritte Welt, der Osten vom Westen unter anderem durch die Mauer getrennt und die Herren Waters und Gilmour waren noch in der gleichen Band. Unabhängig von Ulbrichts „niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“-Denkmal beschäftigten sich die beiden Herren mit ihren Kollegen Mason und Wright mit einer eigenen Mauer. Oder vielleicht auch Mehreren, denn hier setzte sich im Grunde fort was spätestens mit „Dark Side of the Moon“ begann: die kommende Trennung von Pink Floyd aber auch die gefühlte Mauer die die Musiker zwischen sich und ihrem Publikum spürten.

Während „The Wall“ schon zum Großteil aus der Feder von Waters stammt, wird das Folgealbum dann noch mehr Waters und die Band darf das Stück nur noch „performen“ (so steht es zumindest auf dem Plattencover). 1980 und 1981 wurde das Werk dann auf einer Tour, die nur 4 Städte besuchte, gespielt und damals war ich mit acht bzw. neun wohl doch noch zu jung für den Stoff. 1990 nutzte Waters die Gelegenheit und ließ „The Wall“ in Berlin mit großem Gastaufgebot (aber ohne seine ehemaligen Kollegen) aufführen. Eine Besonderheit des Konzertes war einerseits das es das bisher einzige Konzert war, das auf einer Bühne in zwei Staaten stattgefunden hat (wir sehen jetzt einmal davon ab, dass die Bundesrepublik die DDR nie als Staat anerkannt hat), allerdings war die Veranstaltungstechnik nicht stabil, die Stromversorgung brach teilweise zusammen, viele der mindestens 200.000 Zuschauer konnten Teile der Show nicht hören.

Mittlerweile sind weitere 20 Jahre vergangen, Roger und seine ehemaligen Mitmusiker von Pink Floyd haben es für Live 8 geschafft wieder gemeinsam auf die Bühne zu gehen und viele Fans haben auf eine gemeinsame Tour gehofft, 2008 verstarb der Keyboarder Richard Wright und somit wohl auch die geringe Möglichkeit einer Reunion Tour. In einer großen Tournee hat nun Roger Waters 2010 und 2011 das Spektakel „The Wall“ wieder in die Stadien gebracht und ich durfte dabei sein. Nun gut, ich habe dafür bezahlt, aber diese Konzertkarte hat sich definitiv gelohnt! Vor der Tour ging noch das Gerücht um, das Gilmour auf mindestens einer Show mitspielen würde, was er dann auch in London bei einer Show gemacht hat, ob er auch in Düsseldorf dabei war?

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Gitarristen: Rebellen und Konservative!

Die drei E-Gitarristenlügen? „Ich habe mich schon leiser gedreht!“, „Ich spiele im nächsten Lied kein Solo!“ und „Ich kann nach Gehör stimmen!“. Als Nichtmusiker mag man sich über solche Witze wundern, jeder der mal in einer Band gespielt hat, fragt sich man sich wo denn da der Witz sein soll. Die meisten jedenfalls, denn die Stereotypen der betroffenen Instrumentalisten (E-Gitarristen, Bassisten, Keyboarder, Sänger) haben alle  ja doch ihren wahren Kern.

Betrachtet man sich E-Gitarristen genau, so fällt ein interessanter Widerspruch auf: auch Jahrzehnte nach der Rock’N’Roll-„Revolution“ sehen sich die Meisten immer noch als Rebellen an. Beobachtet man aber bestimmte Soundvorstellungen, so sind sie im Grunde Erzkonservativ und verteufeln die meisten Neuerungen (wenn es sich dabei nicht um die was-weiß-ich-wievielste Kopie des dagewesenen handelt).

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Die machen ja auch nichts Neues und sind sich gar nicht treu geblieben!

Oxymoron. Auch wenn ich nicht mal sicher bin wie das Wort richtig ausgesprochen wird, ist es eines meiner Lieblingsworte. Lt. Wikipedia handelt es sich dabei um eine rhetorische Figur, die aus sich gegenseitigen ausschließenden Begriffen bildet. „Trockenes Wasser“ oder „kaltes Feuer“, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wie ich jetzt die Überleitung zur Musik mache? Böse Zungen behaupten, das ein „leiser E-Gitarrist“  auch ein Oxymoron ist, generell würde ich dem auch nicht widersprechen, aber darum geht es mir hier nicht.

Die meisten Bands machen verschiedene Phasen durch. Ist das Debutalbum veröffentlicht und der erste Erfolg vorhanden stellt sich schnell die Frage nach dem Quo Vadis. Zu schnell kommt der Vorwurf, das sich das Nachfolgealbum quasi wie das Erste anhören würde und man gar keinen oder kaum Fortschritt hören kann. Wird der Schritt zu groß, kommt der Vorwurf das die Band „sich gar nicht treu geblieben ist“.

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Crisis & Es, Pirates & Hysteria, oder der Soundtrack des Lebens

Vor einiger Zeit habe ich einen Film gesehen, der fast komplett auf Hintergrundmusik verzichtet hatte. Der Titel ist mir (genauso wie der Plot) entfallen, aber es hat zumindest so viel Eindruck hinterlassen, das ich mich noch daran erinnern kann. Schaut man sich manche Filme ohne Ton an, dann verfliegt sofort sehr viel von der Stimmung. Das würde schon alleine geschehen wenn man einfach mal die Musik weglassen würde, was man nicht so ohne weiteres Testen kann (da die Filme eben nicht mit vom restlichen Ton getrennter Musik veröffentlicht werden).

Aber nicht nur Filme haben einen Soundtrack, auch im eigenen Leben dürfte jeder bestimmte Lieder bzw. Musikstücke haben, mit denen er automatisch erlebtes verbindet: zum Beispiel Klassenfahrten, Romanzen, aber auch Trauriges. Hört man diese Titel, merkt man dann schnell das eigentlich irgendwie auch wie Pawlows Hund reagiert: wenige Takte und die Erinnerung werden wieder frisch.

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Guter Service, schlechter Service

Sonntag Nachmittag im ICE von Nürnberg nach Frankfurt. Ein leichtes Hungergefühl veranlasst mich in den Restaurantwagen zu gehen um mir dort eine „Frikadelle im Brötchen“ zu kaufen. Zugegeben: meine gute Laune war schon etwas getrübt von der Schaffnerin, die entweder lustlos oder überfordert oder beides wahr, auf jeden Fall hat sie nicht gelächelt und mein Ticket (Online gekauft und selbst ausgedruckt) mit „das verstehe ich nicht“ und einem Achselzucken quittiert. Zurück zu dem Fleischklopps. Schon die Aufnahme der Bestellung war, milde ausgedrückt, eher bescheiden und da ich für diesen Bericht schon die ersten Notizen angelegt habe, dachte ich mir, dass das Verhalten des Personals der Bundesbahn ein vortreffliches Beispiel für nicht funktionierenden Service ist.

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Der Unterschied zwischen einem Jungen und einem Mann? Der Preis des Spielzeugs!

Das MAD-Magazin dürfte so ziemlich jeder kennen, der etwa mein Alter (Jahrgang 1972) hat. Ganz vorneweg fallen mir da Spy vs. Spy, die genialen Filmparodien (ein wackelnder X-Wing mit einem Luke der zu einem (körperlosen) Obi-Wan sagt: „Raus aus dem Jäger, das ist nur ein Einmannraumschiff“) und der MAD-Report von Dave Berg der vortrefflich Szenen aus dem Alltag aufgriff.

Ganz besonders erinnere ich mich da an einen Strip mit zwei sich unterhaltenden Frauen und eine Frage lautete „Was unterscheidet den Mann vom Jungen?“ Die Anwort „Der Preis des Spielzeuges“ war garniert mit einem Jungen der auf seinem Skateboard die Straße herunterfährt und (vermutlich) seinem Vater, der mit exakt dem gleichen Gesichtsausdruck in seinem Sportwagen die gleiche Straße entlang fuhr.

Als Vater eines Sohnes hat man dann auch Gelegenheit, dies aus beiden Perspektiven zu erleben, denn man ist ja selber noch Sohn und gleichzeitig Vater … für die Mütter ist das dann auch nicht immer einfach.

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Was man als Papa so alles über Dinos lernt

Alles hat mit einem Allosaurus angefangen. Nun gut, es  hätte anfangen können, hat es aber nicht! Obwohl der Theropode aus dem Jura ganz hoch im Kurs steht, kamen ihm Andere zuvor. Mit bis zu zwölf Meter Länge war er einer der größten Raubsaurier seiner Zeit und ging, wie die eigentlich alle Theropoden, Zehengänger. Einer seiner Zeigtenossen war einer der ersten Saurier, in einer immer länger werdenden Liste von Dino- Flug- und Meeressauriern die als Schleichtier Zugang in unser Haus gefunden haben. Der Brachiosaurus, der seinen Namen seinen Vorderbeinen verdankt, die länger als seine Hinterbeine sind ist eben deshalb der „Armsaurier“. Der langhalsige Sauropode lebte ebenfalls im Jura, ernährte sich von Pflanzen und wurde vermutlich bis zu 44 Tonnen schwer! In Berlin steht im Naturkundemuseum mit Oskar ein komplettes Skelett dieser Spezies!
Während der Letztere von gigantischen Ausmaßen war, war der Compsognathus ein eher kleiner Bipede, der etwa so groß wie ein Truthahn war und ebenfalls im Jura lebte. Langer galt er als kleinster Dinosaurier überhaupt und bei einem 85 Zentimeter großem Exemplar das in Deutschland gefunden wurde, konnte man den Mageninhalt identifizieren: eine kleine Echse.

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