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Der Unterschied zwischen einem Jungen und einem Mann? Der Preis des Spielzeugs!

Das MAD-Magazin dürfte so ziemlich jeder kennen, der etwa mein Alter (Jahrgang 1972) hat. Ganz vorneweg fallen mir da Spy vs. Spy, die genialen Filmparodien (ein wackelnder X-Wing mit einem Luke der zu einem (körperlosen) Obi-Wan sagt: „Raus aus dem Jäger, das ist nur ein Einmannraumschiff“) und der MAD-Report von Dave Berg der vortrefflich Szenen aus dem Alltag aufgriff.

Ganz besonders erinnere ich mich da an einen Strip mit zwei sich unterhaltenden Frauen und eine Frage lautete „Was unterscheidet den Mann vom Jungen?“ Die Anwort „Der Preis des Spielzeuges“ war garniert mit einem Jungen der auf seinem Skateboard die Straße herunterfährt und (vermutlich) seinem Vater, der mit exakt dem gleichen Gesichtsausdruck in seinem Sportwagen die gleiche Straße entlang fuhr.

Als Vater eines Sohnes hat man dann auch Gelegenheit, dies aus beiden Perspektiven zu erleben, denn man ist ja selber noch Sohn und gleichzeitig Vater … für die Mütter ist das dann auch nicht immer einfach.

Spielzeug Junge: Playmobildinos

Jungenspielzeug: Velociraptor und Deinonychus von Playmobil

Sonntag waren wir auf einem Antik-Flohmarkt. Also keinen dieser überall aus dem Boden schießenden Ansammlung von Märkten, auf denen man billige Handyschalen, Ladegeräte, billiges Spielzeug oder zahlloses Heimwerkerzeugs bekommen kann, sondern ein Markt auf dem des eben nur alte Sachen gibt. Zumindest gebrauchte Sachen, vielleicht auch mal alte ungebrauchte Sachen.Während der Junior mit einem Spielzeugdino für 20 Cent und der Karius und Baktus Kassette für 50 Cent fündig und erfolgreich gewesen ist, blieb mein Wunsch die Semi-Akustik Gitarre mit nach Hause zu nehmen genau das: ein Wunsch.

Das ist nicht zwingend immer so aber da zeigt sich schon: Papas Gitarren kosten ein vielfaches von Juniors Spielzeug. Wobei, wirklich billig ist das auch nicht immer: eine komplette Duplo Eisenbahn verschlingt schon einige Euros, aber Papas technikvorlieben sind dann in der Regel doch teurer (wobei man ja den neuen Flachbildfernseher sowieso ganz selbstlos für die Familie gekauft hat und nicht für sich selber :) ).

Genauso wie sich die Wünsche der Jungen unterscheiden, sind auch die Vorlieben der Männer verschieden: was dem einen ein Motorrad ist, ist dem anderen ein Motorboot, andere brauchen noch ein Musikinstrument und wieder andere … die Liste lässt sich wohl beliebig fortsetzen und kennt nach oben auch keine Grenze. Nach unten, also preislich nach unten gesehen, ist der für das Gewünschte zur Verfügung stehende Raum wohl der begrenzende Faktor. Dieser Raumfaktor schränkt natürlich auch die Wunscherfüllung des Jungen ein, wobei man heute in vielen Garagen beobachten kann, dass der Fuhrpark der Kinder mehr Platz einnimmt als der der Eltern.

Spielzeug Mann: Gitarren von Ibanez

Spielzeug Mann: Gitarren von Ibanez

Natürlich sind weder der Junge noch der Mann beim Äußern des Wunsches plump, vielmehr werden ausgefeilte Strategien entwickelt den Bedarf zu erklären und mitzuteilen wieso man genau jetzt genau das bekommen muss: „Ohne die Spielzeuggans kann ich nicht einschlafen!“ „Und wo ist die Gans jetzt?“ „Die ist noch im Geschäft, wir müssen da unbedingt noch hinfahren!“ oder aber „Wofür ich ein iPad brauche? Da regt mich ja die Frage schon auf! Ich bin ITler und benötige das… für meinen Beruf, ja für meinen Beruf!“ „Ein Gitarrist hat immer eine Gitarre zu wenig, und so eine habe ich noch nicht!“ ist dann auch nicht weit von  „Genau so ein Dino fehlt mir noch!“ entfernt.

Die Mutter des Einen und die Frau des Anderen reagiert dann mehr oder weniger direkt auf die Wünsche ihrer Liebsten. Eine Taktik ist das totale Ignorieren, einfach nicht darauf eingehen. Funktioniert beim Papa dann meistens auch besser als beim Junior, der wiederholt seine Anfrage einfach so lange bis er sicher ist das sie angekommen ist. Härter trifft den Papa der mitleidige „Jaja“-Blick, beim Junior kommt der aber auch nicht an. Offene Ablehnung führt beim Jüngeren dann meistens zu kurzen Unmutsäusserungen, beim Papa vielleicht mal für nach unten gezogene Mundwinkel. Aufgegeben haben beide deshalb noch lange nicht, denn bestimmt fällt einem ein neues Argument ein, wieso man eine digitale Spiegelreflex, den ferngesteuerten Bagger, die Spielkonsole unbedingt haben muß!

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